Fabian Hambüchen

Aida
Chevrolet

Interview

Seit du 12 Jahre alt bist, trittst du in Länderkämpfen an, holst allein oder im Team Titel um Titel. 2007 wurdest du Weltmeister, 2008 wirst du hoffentlich in Peking olympisches Gold holen. Gibt es überhaupt noch Ziele, die für dich unerreichbar sind

Fabian: Was ist schon unerreichbar? Wie heißt es so schön: Impossible is nothing! Ich gehe an alles recht optimistisch ran und probiere immer, mein Bestes zu geben.

Als Dreijähriger bist du mit deinem Bruder Christian zum Turnen mitgegangen und hast deine Leidenschaft für diese Sportart entdeckt. Was fasziniert dich daran?

Fabian: Das ist einfach zu beantworten: Beim Turnen bekommt man das Gefühl zu fliegen, das ist sensationell und das liebe ich am meisten. Ansonsten gefällt mir rundum alles am Turnen. Die Bewegungen und die Geschwindigkeiten geben mir einen Kick!

Dein Vater ist dein sportlicher Trainer, deine Mutter managt die Termine, dein Onkel übernimmt das mentale Training. Hast du manchmal Angst sie zu enttäuschen?

Fabian: Nein, eigentlich nie. Ich habe immer vollste Unterstützung von meinen Leuten bekommen und nie Druck. Ich enttäusche also niemanden, wenn es auch mal schlecht läuft. Ich bin auch nur ein Mensch und keine Maschine.

In seinem Turnerteam bist du eine Autorität und wirst auch von älteren Kollegen um Rat gefragt, in der Schule hast du dagegen oft den Neid deiner Mitschüler zu spüren bekommen. Wie war dieser krasse Gegensatz für dich?

Fabian: Das war teilweise schrecklich, weil ich so etwas durch den Sport nicht kannte. Da gab es das nicht, denn entweder man hat gut geturnt und war der Beste oder nicht. Aber in der Schule war das auf einmal anders, es kam Neid auf und ich wusste zunächst gar nicht damit umzugehen. Aber ich hab das schnell kapiert und bin – rückblickend gesehen - eigentlich recht gut damit umgegangen. Schließlich hatte ich doch noch richtige Freunde!

Bei der Weltmeisterschaft in Stuttgart hast du die spektakulärste Reckübung der Welt gezeigt. Mit einem Ausgangswert von 7,0 hatte sie den höchsten Schwierigkeitsgrad, der je auf einem Gerät absolviert wurde, schrieb die Tageszeitung WELT. Hast du dich darauf auf besondere Art vorbereitet?

Fabian: Eine solche Übung muss man sehr lange ausarbeiten und üben. Wenn sie sitzen soll, muss der Ablauf stabil sein, dass man sie quasi zu jeder Zeit ausüben kann - und das auch noch möglichst gut. Deshalb steht sie kurz vor dem Wettkampf fast täglich auf dem Programm. Das kostet natürlich enorm viel Kraft, aber wenn es dann beim Wettkampf gut läuft, weiß man, dass sich das harte Training gelohnt hat!

Wie fühlt sich ein solcher Sprung an, wie groß sind die Kräfte, die auf dich wirken?

Fabian: Die Kräfte sind enorm, bis zum Sechsfachen des eigenen Körpergewichts! Aber: Dieses Feeling ist unbeschreiblich!

Woran denkst du, wenn du einen solchen Sprung absolvierst?

Fabian: Ich denke nur an diesen Sprung und an nichts anderes. Das geht so schnell, dass man wirklich nur daran denken kann - und sollte. Man muss sich sehr stark konzentrieren, sonst wird es gefährlich!

Gibt es dennoch turnerische Disziplinen, an denen du scheiterst?

Fabian: Natürlich gib es Bewegungen im Turnen oder beispielsweise auch beim Breakdance, die mir weiterhin ein Rätsel sind. Aber ich werde nie aufgeben, auch solche Bewegungen zu erlernen. Der Wille stirbt zuletzt!

Wenn du freie Zeit hast, gehst du gerne shoppen, hast du mal in einem Interview mit der Zeitschrift MAX gesagt. Ist es nicht schwierig, Kleidung zu finden, in die deine Muskelpakete hineinpassen?

Fabian: Das ist in der Tat sehr schwierig und deswegen kaufe ich sehr gerne in Japan oder in den USA ein. Da haben die Geschäfte meistens alle möglichen Größen und ich finde eigentlich immer was Schönes.

Gehst du auch mal aus?

Fabian: Manchmal, aber eigentlich recht selten. Ich habe wenig Zeit und die Stunden, die ich für mich habe, verbringe ich am liebsten mit meiner Freundin.

Triffst du oft Fans? Gibt es Groupies, die dir Geschenke schicken?

Fabian: Ich kriege regelmäßig Fanpost, aber Geschenke eher weniger. Während der Wettkämpfe trifft man viele Fans, aber ansonsten hält es sich in Grenzen.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg in Peking!